Welche unterschiedlichen Notierungen von Wettquoten gibt es?

Wettquoten

Wettquoten geben Wahrscheinlichkeiten für den Ausgang eines Spiels oder einer Sportveranstaltung oder für das Eintreffen eines bestimmten Ereignisses an. Der Ausgang liegt in der Zukunft und ist nicht zu hundert Prozent gewiss. Zur Angabe der Wettquoten gibt es unterschiedliche Schreibweisen, die wir Ihnen hier kurz vorstellen wollen. Die gute Nachricht ist, dass Ihnen im Jahr 2018 die allermeisten Buchmacher mit internationalen Notierungen die Möglichkeit geben, eine der folgenden drei Arten frei zu wählen. Somit haben Sie immer die Übersicht in der Schreibweise, die Ihnen am meisten zusagt.

Deutschland und Europa

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern werden Wettquoten in der Dezimalschreibweise angegeben. Die Notierung erfolgt als Kommazahl. Zur Berechnung der Quote wird die Zahl 1 durch die Wahrscheinlichkeit geteilt und mit 100 multipliziert. Als Beispiel: Die Wahrscheinlichkeit, dass Deutschland die Fußball Weltmeisterschaft gewinnt, wird mit 75 Prozent angesetzt. 1 ÷ 75 x 100 = 1,33. Ein Buchmacher würde entsprechend eine Quote von 1,33 ausgeben. Um bei dieser Art der Notierung Ihren Gewinn zu berechnen, multiplizieren Sie die Quote mit Ihrem Einsatz. Anhand unseres Beispiels ergibt sich folgende Rechnung: 10 € Einsatz x 1,33 = 13,30 €. Dabei handelt es sich um Ihren Nettogewinn. Für den Reingewinn müssen Sie Ihren Einsatz abziehen: 13,30 € - 10 € = 3,30 € Bruttogewinn.

England

Die “Bookies” in England stellen die Wettquoten als Bruch dar. Dies sieht etwa wie folgt aus: 1/3, 15/8, 5/2, 7/3 oder auch 7/4. Das sieht für uns gewöhnungsbedürftig aus. Zunächst einmal die Umrechnung ins Dezimalsystem. Dazu wird der Bruch ausgeführt und 1 addiert. Beispiel: 7 ÷ = 1,75 + 1 = 2,75. Die englische Wettquote von 7/4 entspricht einer deutschen Quote von 2,75. Warum notieren die Engländer Wettquoten so scheinbar umständlich? Die Bruchschreibweise hat einen entscheidenden Vorteil: Zur Berechnung Ihres Bruttogewinns müssen Sie nur den Einsatz mit dem Bruch multiplizieren. Sie setzen beispielsweise 10 € bei einer Quote von 7/4. Ihr Reingewinn beträgt 10 x 7/4 = 17,50 €. Als Auszahlung erhalten Sie diesen Betrag zuzüglich Ihres Einsatzes: 10 € Einsatz + 17,50 € Bruttogewinn = 27,50 € Netto. Eine andere Lesart der englischen Bruchquoten ist folgende: 7/4 bedeutet, dass Sie bei einem Einsatz von 4 Einheiten 7 Einheiten Gewinn erhalten. Die Berechnung: 10 € Einsatz ÷ 4 = 2,50 € x 7 = 17,50 €.

USA

Bei US-Amerikanischen Buchmachern wird die Wettquote als ganze Zahl angegeben. Diese ist jeweils mit einem positiven oder negativen Vorzeichen versehen. Beispiele: +300, -250, -600 oder +400. Beide Fälle müssen getrennt betrachtet werden. Ein positives Vorzeichen (+300) gibt an, dass Sie eine Auszahlung von 300 Einheiten erhalten, wenn Sie 100 Einheiten einsetzen. Dies entspricht einer Dezimalquote von 3,0 in unserem Beispiel: 300 ÷ 100 = 3,0.

Ein negatives Vorzeichen hingegen (-200) gibt an, wie viele Einheiten Sie setzen müssen, um einen Bruttogewinn von 100 Einheiten zu erhalten. In unserem Beispiel ergibt sich somit eine Dezimalquote von 1,5. Sie setzen 200 € und erhalten 300 € ausgezahlt: 300 ÷ 200 = 1,5. Ihr Reingewinn ist Auszahlung abzüglich des Einsatzes: 300 € - 200 € = 100 €. Die Art der Notierung mag vor allem uns Europäern gewöhnungsbedürftig erscheinen. Wie bereits erwähnt, können Sie aber bei gerade bei Wettanbietern mit US-Amerikanischer Schreibweise auch auf die Darstellung mit Dezimalschreibweise umstellen.

Wie legen Buchmacher die Wettquoten fest?

Grundsätzlich werden die Wettquoten für Online Sportwetten mit einer einfachen Formel berechnet. Dabei ist zu beachten, dass alle möglichen Ausgänge oder Wettmöglichkeiten einzeln berechnet werden. Nehmen wir als Beispiel die klassische Fußballwette, eine Drei-Wege-Wette. Das heißt, es gibt drei verschiedene Möglichkeiten: Heimsieg, Auswärtssieg und Unentschieden (derartige Fußballwetten gelten immer nur für die reguläre Spielzeit von 90 Minuten). Die Gesamtsumme der einzelnen Wahrscheinlichkeiten muss natürlich 100 Prozent betragen. Ein Buchmacher könnte jetzt zu folgender Einschätzung gelangen:

  • Heimsieg: 50 Prozent Wahrscheinlichkeit - Quote: 2,0
  • Unentschieden: 10 Prozent Wahrscheinlichkeit - Quote: 10,0
  • Auswärtssieg: 40 Prozent Wahrscheinlichkeit - Quote: 2,5

Zwei Dinge fallen auf: Zum einen ist in diesem Beispiel die Heimmannschaft der Favorit, das heißt ein Heimsieg hat die größte Wahrscheinlichkeit und die niedrigste Quote. Zum anderen sind die Wettquoten zu hundert Prozent fair berechnet. Der mathematische Gewinn des Buchmachers läge bei null. In der Realität kommt die Buchmachermarge zum Einsatz, die im Casino dem Hausvorteil entspricht. Wettanbieter geben eine Quote aus, die beispielsweise um zehn Prozentpunkte reduziert ist. Wie viel Prozent der Einsätze ein Anbieter als Gewinn ausbezahlt, wird auch Auszahlungsschlüssel oder Auszahlungsquote genannt. Werden 90 Prozent statt 100 Prozent Auszahlung angesetzt, ergeben sich für unser Beispiel folgende Wettquoten:

  • Heimsieg: 1 ÷ 50 x 90 = Quote: 1,8
  • Unentschieden: 1 ÷ 10 x 90 = Quote: 9,0
  • Auswärtssieg: 1 ÷ 40 Prozent - Quote: 2,25

Zur Einschätzung der Wahrscheinlichkeiten bedienen sich die Buchmacher aller zugänglichen Informationen. Dazu zählen etwa Tabellenstände der einzelnen Ligen, neueste Ergebnisse der Gegner, Spieler oder Teams, aktuelle Leistungskurven, Ausfälle, Gesundheit, Stand der Saison, Turnierverlauf und vieles mehr. Die einzelnen Sportarten können sich bei der Berechnung der Wettquoten unterscheiden, da zum Beispiel die Tagesform der Spieler beim Tennis viel mehr zum Tragen kommt als bei einem Mannschaftssport.

Wettanbieter müssen pro Tag mehrere tausend Wettquoten entsprechend ihres Angebotes ausgeben. Zum einen müssen dafür eine Menge Daten erhoben werden, zum anderen erfolgt die Berechnung computergestützt. Trotzdem ist es nicht auszuschließen, dass es zu Fehleinschätzungen eines Buchmachers kommt. Dies kann in besonders lukrativen Wettquoten resultieren.

Wie ändern sich variable Wettquoten?

Die von Buchmachern ausgegebenen Wettquoten sind variabel. Das heißt, wenn sich die Bedingungen ändern, wird die Quote entsprechend der veränderten Wahrscheinlichkeit angepasst. Tendenziell sind die Wettquoten also dann am günstigsten, wenn der Wettmarkt eröffnet wird und noch wenig über mögliche Ausgänge bekannt ist. Das kann zum Beispiel zu Beginn der Saison oder am Anfang eines Turniers sein. Zu den Änderungen der Rahmenbedingungen zählen unter anderem Verletzungen, Sperren, Aufstellungsänderungen, Wetter, Unfälle und ähnliche Faktoren. Aber auch Bewegungen auf dem Wettmarkt beeinflussen die Wettquote: Wenn auf ein Ereignis sehr viele Wetten abgeschlossen werden, sinkt die Quote.

Trotz variabler Quoten und deren Dynamik können Sie trotzdem anhand von Trends das beste Angebot erkennen. Wichtig zu beachten ist auch, dass sich die Wettquoten von bereits abgeschlossenen Wetten natürlich nicht mehr ändern. Haben Sie also eine günstige Quote gefunden und Ihre Wette platziert, ist der Buchmacher im Gewinnfall zur Auszahlung entsprechend der Quote des Wettscheins verpflichtet.

Was bezeichnet der Begriff Favorit?

Als Favoriten bezeichnet man bei einem Sportereignis den Spieler, die Mannschaft oder den Teilnehmer, welcher der Wahrscheinlichkeit nach siegreich hervorgehen wird. In der Regel kann der Favorit einen oder mehrere Vorteile für sich verbuchen und zeichnet sich durch eine höhere Spielstärke oder sonstige Überlegenheit aus. Der Favorit bei Sportwetten ist stets dadurch erkennbar, dass die Buchmacher für Favoriten die niedrigste Quote ausgeben. Das Gegenteil zum Favoriten ist der Außenseiter im Englischen auch Outsider oder Underdog genannt. Zu beachten ist, dass ein Favorit keineswegs mit Sicherheit gewinnt und es immer zu Überraschungen kommen kann. Bei einer Drei-Wege-Wette reicht schon ein Unentschieden, um den Tipp auf den Favoriten wertlos werden zu lassen.

Sollte man besser auf hohe oder niedrige Quoten wetten?

Die niedrigsten Wettquoten werden jeweils den absoluten Favoriten zugeschrieben. Eine niedrige Quote gibt den wahrscheinlichen Sieger bei einem Ereignis oder einer Partie an. In vielen Fällen tritt diese Vorhersage auch ein. Wer richtig auf den Favoriten getippt hat, erhält seinen Gewinn ausbezahlt, aber aufgrund der niedrigen Quote meistens eben einen nur sehr geringen Gewinn.

Hohe Quoten dagegen verheißen einen lukrativen Gewinn, gleichzeitig ist es mit steigender Wettquote immer unwahrscheinlicher, dass das Ereignis auch eintrifft. Dafür kann ein einziger richtiger Tipp eine hohe Auszahlung bedeuten.

Rein mathematisch ist es sehr unwahrscheinlich, mit dem Tippspiel auf ausschließlich niedrige Quoten langfristig erfolgreich Echtgeld Gewinne zu erzielen. Denn immer wieder passiert es, dass der Favorit doch nicht gewinnt. Bei Fußballwetten kann Ihnen ein Unentschieden einen Strich durch die Rechnung machen. Es ist also weitaus interessanter, sich an höheren Quoten als den Favoritentipps zu orientieren und dadurch höhere Gewinne zu erreichen. Möglichkeiten sind zum Beispiel Kombinations- und Systemwetten oder die Handicap-Wetten. Lesen Sie dazu auch unsere Sportwetten Strategie Tipps.